Natürlich, mit Geschichte!

Kelten

Zentrum keltischer Kultur

Im Hochwald kennen wir eine Vielzahl von archäologischen Relikten aus keltischer Zeit. Diese erzählen bemerkenswerte Geschichten aus einer Epoche, als der Mensch die Region erstmals intensiver besiedelte. Die Natur des Hochwaldes wurde seit dem 7./6. Jahrhundert v. Chr. immer mehr zu einer Kulturlandschaft.


Eine ganze Kette keltischer Befestigungsanlagen besetzt die Sporne des Hochwaldkammes und lädt zum Entdecken ein. Gemeinsam mit zahlreichen Grabfunden erzählen die mächtigen Anlagen vom Aufstieg und Niedergang einer bemerkenswerten Kultur. Bedeutendstes Zeugnis dieser Epoche ist der keltische Ringwall von Otzenhausen. Seine bis zu 10 Meter hohen Wälle beeindrucken auch heute noch. Sie sind Ausdruck von Macht und Wohlstand der ansässigen Bevölkerung. In ihrer Blütezeit besaß diese Siedlung des 2./1. Jahrhunderts v. Chr. fast stadtartige Ausmaße. Heute liegt sie teilweise verborgen unter alten Buchen und gibt aufmerksamen Besuchern ihre Geheimnisse preis. Einen anschaulichen Eindruck von der Lebenswelt dieser Zeit vermittelt der zu Füßen des Ringwalls gelegene Keltenpark Otzenhausen.


Bereits die keltischen Bewohner des Hochwaldes haben ihre Umwelt nachhaltig verändert. Ihre wohl wichtigste wirtschaftliche Grundlage war die Viehzucht. Da man die Tiere zum Weiden auch in die Wälder trieb, lichteten sich diese immer mehr auf. Gleichzeitig weitete sich durch günstige Klimaverhältnisse die Besiedlung bis in die höheren Lagen aus. Diese enge Wechselwirkung zwischen Mensch und Umwelt – Natur und Kultur – lässt sich nur selten so gut fassen wie im Nationalparkgebiet Hunsrück-Hochwald. Zahlreiche archäologische Spuren der wechselvollen keltischen Geschichte sind bis heute lebendige Zeugen längst vergangener Zeiten.