Natürlich, mit Geschichte!

Mittelalter

Umstrittenes Grenzgebiet

Wie so oft war es eine Krise, die die Menschen am Ende der Römerzeit zum Rückzug aus dem Hochwald zwang. Nicht nur der Niedergang des Römischen Reiches, sondern auch eine Klimaverschlechterung und durch intensive Landwirtschaft ausgelöste Bodenerosion spielten hierbei vermutlich eine Rolle. Seit dem 5. Jahrhundert nach Christus waren die Hochlagen des Hunsrück daher bestenfalls dünn besiedelt.

Erst im Hochmittelalter eroberte der Mensch den Hochwald als Siedlungslandschaft systematisch zurück. Diese Epoche hat die heutige Landschaft entscheidend geprägt. Im 11./12. Jahrhundert wurde das Klima wieder günstiger. Damals lagen die jährlichen Durchschnittstemperaturen um rund ein Grad höher als heute. Bis in die Hochlagen konnte ganz ohne moderne Entwicklungen wie Kunstdünger Ackerbau betrieben werden. Auch durch die intensive Waldweide veränderte sich das Landschaftsbild entscheidend. Ohne schützenden Bewuchs fielen die Böden immer mehr der Erosion zum Opfer. Der menschliche Einfluss erreichte während des Hochmittelalters einen ersten Höhepunkt. Die in dieser Zeit entstandenen Marktflecken, Dörfer und Städte bilden vielerorts die Wurzel der heutigen Siedlungsstruktur in der Region. Seinen großen Reichtum an Burgen – von der Wildenburg im Osten bis zur Grimburg im Westen – verdankt der Hochwald einer Lage an den Grenzen des Einflussbereiches verschiedener Adelshäuser.

Zwar fand die mittelalterliche Klimagunstphase durch die „Kleine Eiszeit“ ein jähes Ende und der Ausbruch der Pest dezimierte die Bevölkerung, dennoch hatte sich der Mensch endgültig im Hochwald etabliert. Einige der Burgen des 11.-14. Jahrhunderts wurden durch repräsentative Schlösser ersetzt. Birkenfeld zum Beispiel war seit dem späten 16. Jahrhunderts Residenz einer Seitenlinie der Wittelsbacher.