Natürlich, mit Geschichte!

Römer

Schauplatz der Weltgeschichte

In spätkeltischer Zeit gehörte der Hochwald zum Stammesgebiet der Treverer, von denen uns bereits Julius Cäsar in seinen Kommentaren zum Gallischen Krieg berichtet. Der Ringwall von Otzenhausen war eines der wichtigsten Zentren dieses Stammes. Von Cäsar wissen wir, dass sich Teile des treverischen Adels erhoben, als er während des Gallischen Krieges mit seinen Legionen das Gebiet bis zum Rhein unter römische Kontrolle brachte. Diese Rebellion wurde von den Römern in zwei Feldzügen mit unerbittlicher Härte niedergeschlagen.


Der Hochwald war einer der Schauplätze dieses bedeutenden Kapitels der Weltgeschichte. Hier ist es erstmals in Deutschland gelungen, die knappe historische Überlieferung mit Leben zu füllen. Denn in den Wäldern bei Hermeskeil verbergen sich die Überreste eines römischen Militärlagers aus der Zeit Julius Cäsars, angelegt in Sichtweite zum keltischen Ringwall von Otzenhausen. Am Ende des Gallischen Krieges waren hier vermutlich im Jahr 51 v. Chr. viele Tausend römische Soldaten stationiert. Sie sollten den Widerstand der Treverer gegen Rom endgültig brechen. Ihre Hinterlassenschaften – Befestigungen, Lagerfeuer, Reste von Weinamphoren und Vorratsgefäßen – ermöglichen sogar Einblicke in den Lageralltag.


Die Integration in das Römische Reich brachte für die Bewohner der Region jedoch zunächst wenig Neues. Die keltische Bevölkerung nahm nur langsam römische Sitten und Gebräuche an. Sie blieb noch lange ihren traditionellen Werten verhaftet. Allerdings bildete sich entlang der wichtigsten Fernwege ein ganzes Netz von römischen Dörfern und Kleinstädten, von deren Struktur der Archäologiepark Belginum einen lebendigen Eindruck vermittelt. Die Entstehung dieser neuen Zentren und das Anwachsen der Bevölkerung hatten eine Intensivierung der Bewirtschaftung des Hochwaldes zur Folge. Bei der Bewirtschaftung selbst gab es gegenüber der keltischen Zeit jedoch keine grundlegenden Änderungen. Allerdings brachten bereits die Römer den Obst- und Gemüseanbau mit vielen neuen Kulturpflanzen in den Hunsrück.