Natürlich, mit Geschichte!

Positionspapier Geocaching

Naturverträgliches Geocaching im Nationalpark

 

Naturverträgliches Geocaching ist im Nationalpark erlaubt und erwünscht.


Geocacher sind erwünschte Nationalparkbesucher. Es ist davon auszugehen, dass sie bei ihrem Besuch auch weitere Angebote des Nationalparks nutzen. Geocaching trägt zur Attraktivierung des Gesamtangebotes bei.


Aus diesem Grund unterstützt der Nationalpark ein naturverträgliches Geocaching im vertretbaren Umfang und unter kontrollierbaren Bedingungen.


Natur- und Prozessschutz sind Hauptziele des Nationalparks. Heraus resultieren Regeln für jeden Nationalparkbesucher. Geocaching führt punktuell zu verstärkten Störungen und Belastungen. Aus diesem Grund gelten für das Legen von Caches über die Norm hinausgehende Regeln, die den Cacher von sensiblen Bereichen fernhalten und Suchzeit und Suchradius am Cache minimieren sollen.


Auch Umweltbildung und Naturerleben gehören zum Aufgabenspektrum des Nationalparks. Der Nationalpark wird Geocaching als Mittel der Umweltbildung und des Naturerlebens, wie auch zur Besucherlenkung nutzen und selbst Caches legen. Hierbei gelten die gleichen Regeln, die Vorgaben von geocaching.com werden weitestgehend angewendet. Es ist seitens des Nationalparks erwünscht, dass die Owner bei der Gestaltung der Caches die Nationalparkthemen aufgreifen.


Regionalentwicklung als weiteres Ziel des Nationalparks beinhaltet die Förderung der Entwicklung touristischer Angebote. Der Nationalpark entwickelt keine eigenen Angebote, Angebote der Umweltbildung und des Naturerlebens werden aber touristisch genutzt. Geocaching als touristisches Angebot Dritter unterliegt mindestens den Bedingungen dieses Positionspapiers. Besonders zu prüfen ist hierbei, ob die Angebote gewerblicher oder erwerbsmäßiger Natur sind.

Das Legen eines Caches bedarf der Zustimmung des Nationalparks als Grundeigentümer.

Vor Anmeldung auf der Plattform bitte Kontakt mit dem Nationalparkamt aufnehmen und die GPS-Daten sowie eine Karte aller definierten Punkte vorlegen. Genehmigung erfolgt durch das Nationalparkamt.

Bereits liegende Caches werden vom Nationalparkamt auf Naturverträglichkeit im Sinne dieses Papieres geprüft. Im Konfliktfall nimmt das Nationalparkamt mit dem Owner Kontakt auf.

Als naturverträglich im Sinne dieses Papiers gelten Geocaches, wenn sie die nachfolgenden Bedingungen erfüllen. Die Grundgedanken für diese Bedingungen wurden dem Positionspapier vom Deutschen Wanderverband und GARMIN Deutschland GmbH für ein „Naturverträgliches Geocaching“ (Stuttgart, 12. Januar 2010) und dem CacheWiki Naturverträgliches Geocaching (http://www.cachewiki.de/wiki/Naturvertr%C3%A4gliches_Geocaching) (Stand 27. April 2015) entlehnt. Die Ergebnisse der Besprechung der regionalen Geocacher mit dem Nationalparkamt am 12.Januar 2016 sind in das Positionspapier eingeflossen.

Regeln:


• Die gesetzlichen Regelungen sind zu beachten (Rechte des Grundeigentümers, Eigentumsrechte am versteckten Gegenstand, Regelungen der Naturschutz- und Jagdgesetzgebung und des Landeswaldgesetzes).


• Sicherheitsaspekte sind zu beachten. Der Haftungsausschluss für Schäden aus waldtypischen Gefahren gilt nicht mehr, wenn Waldbesucher regelmäßig gezielt zu bestimmten Standorten geführt oder zum Aussuchen dieser Orte animiert werden. Hier besteht eine besondere, auch moralische Sorgfaltspflicht. Es besteht ein erhöhtes Risiko für Kinder, die eine Gefahrensituation möglicherweise nicht einschätzen können.


• Caches sind nur erlaubt entlang von Wegen bis 5m ab Wegesrand. Als Weg gilt, was mit normalem PKW befahrbar ist. Dieses Wegegebot für Geocaching dient der Vereinfachung. Eine Differenzierung nach Schutzzonen ist deshalb nicht erforderlich.

 
• Caches in Baum-, Fels-, oder Erdhöhlen sowie in Nistkästen sind nicht erlaubt, auch wenn diese erkennbar leer sind.


• Die Befestigung der Caches muss umweltverträglich erfolgen (keine Nägel, Schrauben, Kleber, Draht oder einschnürende Bänder an lebenden Baumen und Sträuchern).


• Steine und liegendes Totholz sollten nicht umgedreht werden, das stört die Kleinlebewelt darunter nachhaltig.


• Die Behältergröße für Caches ist auf 1 Liter (mall) begrenzt, sollte aber auch nicht zu klein sein (keine Nanos), um den Suchaufwand nicht zu erhöhen.


• Nachtcaches und Klettercaches sind verboten. Hochsitze dürfen nicht bestiegen werden. Nicht erlaubt ist das Legen von Caches im Gefahrenbereich von Holzpoltern.


• Merkmale des Caches, die helfen , den Suchaufwand zu minimieren, sind in der Beschreibung darzustellen.


• Events, die über das kurzzeitige Treffen Gruppen über 50 Personen hinausgehen, bedürfen der besonderen Genehmigung durch das Nationalparkamt.

Auch wenn entlang der Wege diese Situationen kaum auftreten, gelten nachfolgende grundsätzliche Regelungen:

 
• Auffallende Pflanzenbestände sollten nicht beschädigt werden, ebenso Uferbereiche und vernässte Zonen.


• Brutbiotope, Ameisenhügel, Horst- und Spechtbäume, Totholzelemente, Rosselhalden, Felsen und Moore sind zu meiden.


• Mindestabstände und zugelassene Cache-Dichte sind  durch die Vorgaben von geochaching.com  geregelt.
Aus betrieblichen, Gefährdungs- oder Naturschutzgründen müssen Caches zeitweise deaktiviert werden oder sollten im Interesse der Cacher und Owner deaktiviert werden. Das Nationalparkamt bemüht sich um frühzeitige Information der Owner, eine Verpflichtung hierzu besteht jedoch nicht. Caches werden ohne nähere Begründung abgelehnt, deaktiviert oder archiviert, wenn dies aus Gründen des Naturschutzes angeraten ist.

 

Das Nationalparkamt oder seine Mitarbeiter haften nicht für Sach- oder Personenschäden im Zusammenhang mit Geocaching-Aktivitäten.