Natürlich, mit Geschichte!

Wildtiermanagement

In Rheinland-Pfalz und dem Saarland sind Wildtiere elementare Bestandteile der Natur- und Kulturlandschaft. Im Wildtiermanagement stehen heimische Wildtiere und deren Lebensräume im Mittelpunkt. Das Wildtiermanagement verknüpft die Bereiche der Wildtierökologie, des Naturschutzes, der Jagd und der Forst- und Landwirtschaft miteinander. Wildtiermanagement ist mehr als die Bejagung von Wildarten. Vielmehr ist es das managen der Wildtiere und deren Lebensräume im Interesse der Allgemeinheit.

Der Nationalpark Hunsrück-Hochwald ist in eine intensiv genutzte Kulturlandschaft eingebettet. Aufgrund der Wanderbewegungen von Rot- und Schwarzwild, bedingt durch ihre Lebensweise, stellt der Nationalpark für diese Arten nur einen Teillebensraum dar. In den Randbereichen, außerhalb des Nationalparkgebiets, kann es zu negativen Auswirkungen auf land- und forstwirtschaftlich genutzten Flächen kommen. Daher kann auf die Regulierung der Schalenwildarten nicht verzichtet werden. Des Weiteren dient die Regulierung von Reh-, Rot und Schwarzwild der Erhaltung und Wiederherstellung natürlicher und naturnaher Waldbestände und der unmittelbaren Gefahrenabwehr von Tierseuchen.

Die Durchführung der Wildtierregulierung erfolgt durch möglichst effektive, störungsarme und tierschutzgerechte Methoden. Die Regulierung des Wildes im Nationalpark unterscheidet sich von der traditionellen Jagd in folgenden Punkten:

  • die Regulierung ist zeitlich und räumlich begrenzt
  • es werden nur die Schalenwildarten Rot-, Reh- und Schwarzwild reguliert
  • Waschbär und Marderhund werden reduziert
  • es wird ausschließlich bleifreie Munition verwendet
  • ein begleitendes Monitoring wird aufgebaut
  • die Regulierung orientiert sich nicht an Trophäen der männlichen Tiere sondern an Alter und Geschlecht
  • es findet keine Kirrung und keine Fütterung des Wildes statt
  • mithelfende Jägerinnen und Jäger nehmen an nationalparkspezifischen Fortbildungen teil
  • die Schießfertigkeit der Jägerinnen und Jäger wird jährlich überprüft

 

Die Maßnahmen der Wildbestandsregulierung sind zudem an nationalen und internationalen Regularien ausgerichtet (IUCN; EUROPARC) die für den Nationalpark maßgeblich sind.

Den vollständigen Vortrag der Nationalparkakademie vom 30.07.2015 von Herrn Dr. Hohmann, FAWF Trippstadt finden Sie hier.

Altier, weibliches Rotwild
Wildschwein; Bild: fotoversteck.de - Ralf Thierfelder
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