Natürlich, mit Geschichte!

Geschichte

Der Hunsrück-Hochwald beeindruckt nicht nur mit einer einmaligen Tier- und Pflanzenwelt, er ist auch ein Stück faszinierende Weltgeschichte. Natur und Kultur, Kelten und Römer, Mittelalter und Industriekultur – im Nationalpark treffen diese Welten aufeinander. Der Nationalpark Hunsrück-Hochwald: Natürlich mit Geschichte!

Viele seiner ausgedehnten Wälder, Moore und Auen sind Zeugnisse einer intensiven Nutzung durch den Menschen. Ackerbau und Viehzucht, Holz- und Wasserwirtschaft oder Rohstoffgewinnung haben über mehrere Tausend Jahre hinweg die Tier- und Pflanzenwelt geprägt. Stets mussten sich die Bewohner des Hochwaldes an die landschaftlichen Gegebenheiten anpassen. Auch Klimaveränderungen bestimmten ihre Geschicke. Denn gerade in den Hochlagen haben Temperaturschwankungen große Auswirkungen auf die Landwirtschaft. Dieser Kampf um die eigene Existenz prägte bis in die jüngste Vergangenheit das Leben der Menschen im Hochwald. Und nicht selten hat am Ende die Natur gewonnen.

Hierin liegt jedoch zugleich auch eine einmalige Chance. Denn dank seiner Abgeschiedenheit kann der Hochwald wie kaum eine andere Landschaft die Geschichte der Menschen aus längst vergangenen Zeiten preisgeben. Während andernorts archäologische Zeugnisse durch die Landwirtschaft zerstört wurden, sind diese hier bis heute erhalten.

Eindrucksvolle Befestigungen und reich ausgestattete Grabfunde zeugen von einer Blüte keltischer Kultur in der Region. Sie erzählen die Geschichte der römischen Eroberung unter Julius Cäsar. Mit der Zeit entstanden römische Dörfer und Kleinstädte. Sie wurden jedoch bereits im 4. Jahrhundert n. Chr. wieder aufgegeben, als das Klima den Menschen zurückdrängte. Erst im Mittelalter eroberte dieser den Hochwald zurück. Neue Zentren und Märkte wurden errichtet. Doch wieder war die Blüte nur von kurzer Dauer. Denn der Ausbruch der Pest im 14. Jahrhundert und die „Kleine Eiszeit“ dezimierten die Bevölkerung. Technologische Neuerungen und die zunächst fast unbegrenzte Verfügbarkeit von Holz machten den Hochwald dann in der frühen Neuzeit zum Industrierevier. Dieser kurze wirtschaftliche Boom fiel jedoch ebenfalls bereits im 19. Jahrhundert dem weiteren Fortschritt zum Opfer.

Viele weitere spannende Geschichten warten noch auf ihre Entdeckung. Sie machen eine Tour durch den Hunsrück-Hochwald zur einzigartigen Reise in die Vergangenheit.

Kelten

Im Hochwald kennen wir eine Vielzahl von archäologischen Relikten aus keltischer Zeit. Diese erzählen bemerkenswerte Geschichten aus einer Epoche, als der Mensch die Region erstmals intensiver besiedelte. Die Natur des Hochwaldes wurde seit dem 7./6. Jahrhundert v. Chr. immer mehr zu einer Kulturlandschaft.

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Römer

In spätkeltischer Zeit gehörte der Hochwald zum Stammesgebiet der Treverer, von denen uns bereits Julius Cäsar in seinen Kommentaren zum Gallischen Krieg berichtet. Der Ringwall von Otzenhausen war eines der wichtigsten Zentren dieses Stammes.

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Mittelalter

Seit dem 5. Jahrhundert nach Christus waren die Hochlagen des Hunsrück dünn besiedelt. Erst im Hochmittelalter eroberte der Mensch den Hochwald als Siedlungslandschaft systematisch zurück. Diese Epoche hat die heutige Landschaft entscheidend geprägt.

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Industrialisierung

Man kann sich heute nur schwer vorstellen, dass der Hochwald noch in jüngster Vergangenheit ein bedeutendes Industrierevier war. An zahlreichen Flüssen und Bächen rauchten einst die Hochöfen und dröhnten die Hämmer. Hier wurden Eisenerze geschmolzen und das Roheisen weiterverarbeitet.

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