Natürlich, mit Geschichte!

Ziele des Nationalparks

In einem Nationalpark darf die Natur Natur sein. Das ist wichtig für den Artenschutz. Gerade Pilze, Käfer und viele Pflanzenarten benötigen ebenso wie die Wildkatze, Schwarzstorch und Schwarzspecht Ruhe. Diese Ruhe wird hier auf einer Fläche von mehr 14.000 Fußballfeldern geboten. Derzeit wissen wir viel zu wenig über den natürlichen Prozess, wann sich welche Art wie gut entwickelt. Deshalb wollen wir vom Nationalpark lernen.

Natur Natur sein lassen, ist aber auch wichtig für den Klimaschutz. Dort, wo heute viele Fichten wachsen, würden von Natur aus ganz andere Baumarten stehen. Denn Moore wurden früher dafür entwässert. Wir legen diese Moore nun wieder an. Das ist gut für die standortheimischen Baumarten, dient aber auch dem Klima. Das Bundesamt für Naturschutz geht davon aus, dass Moore in Deutschland genau so viel Kohlenstoffdioxid binden wie alle Wälder. Dabei sind nur 4% der Landfläche Moore, Wälder aber etwa 30 % .

Beides – Klima- und Artenschutz – sind zentrale Herausforderungen. Das zeigen das weltweite Artensterben und auch Weltklimaberichte. Beides muss aber auch erforscht werden. Wir werden das intensiv in Kooperation mit den Hochschulen, wie zum Beispiel dem Umweltcampus in Birkenfeld tun. Bildung und Forschung sind damit elementare Bestandteile des Nationalparks. 

Natur Natur sein lassen, das fasziniert auch die Menschen. Der Name Nationalpark ist durch die Vorbilder Serengeti, Yosemite und viele mehr eine weltweit bedeutsame Marke. Menschen finden hier Natur. Menschen suchen hier nach Ruhe. Und Menschen wollen hier mehr über die Umwelt lernen. Unsere Aufgabe ist es daher, die Prozesse aus der Umwelt zu erklären und die Natur erlebbar zu machen. In Kooperation mit Nationalparkführern, Gastronomen, Pensionen, Hotels und vielen mehr wollen wir Reisenden Angebote unterbreiten, den Nationalpark im Hunsrück zu genießen.

Die Bürgerinnen und Bürger, die Kommunen und die Landesregierung sind sich einig: In Rheinland-Pfalz kann der Nationalpark ein Leuchtturmprojekt für strukturschwache Regionen werden. Deshalb wird auch um den Nationalpark herum einiges getan. Bäche werden aus den Betonbetten geholt und renaturiert. Dorfplätze werden dabei neu gestaltet und für mehrere Generationen erhalten. Breitband wird verlegt, die Wasserversorgung dauerhaft gesichert. Es gibt viele Beispiele für eine nachhaltige Regionalentwicklung, die bereits jetzt gestartet wurden.

Der Nationalpark im Hunsrück ist damit schon jetzt etwas ganz Besonderes: Vor´m Wald und hinter´m Wald reden miteinander, arbeiten und wachsen zusammen. Die Natur ist zum Motor für eine neue Kultur geworden.