Natürlich, mit Geschichte!

Waldentwicklung

Wälder wachsen auch ohne den Menschen. Wie sie in Europa und Deutschland ohne den Menschen wachsen, das können wir nur erahnen und aus anderen Gebieten ableiten. Wenn wir Urwälder anschauen, wachsen Bäume sogar besser ohne den Menschen. Das hängt auch damit zusammen, was in Wäldern wächst und wie die Bäume dort im Kollektiv wachsen. Dort wo heute Fichten in „Reih und Glied“ stehen, würden von Natur aus andere Baumarten völlig unterschiedlichen Alters wachsen. Ob in Mooren oder anderen Standorten, wir helfen an bestimmten Standorten der Natur zurück zur Natur zu kommen.

Dafür haben wir drei Zonen  eingerichtet. Auf dreißig Prozent der Fläche können wir bereits heute Natur Natur sein lassen. Hier wächst schon heute der Urwald von morgen. Auf 45 Prozent der Fläche werden wir in den nächsten dreißig Jahren noch forstlich aktiv, um Moore zu renaturieren oder den Wald „umzubauen“. Buchen werden da beispielsweise unter Fichten gepflanzt. Der Rest der Fläche, also etwa 25 Prozent, wird weiter – jedoch besonders schonend– genutzt. Das ist beispielsweise nötig, um der Bevölkerung weiterhin Brennholz zur Verfügung zu stellen.

Es gibt drei verschiedene Arten von Waldbesitzern. Neben dem Staatswald gibt es auch Privat- und Kommunalwald. Der Nationalpark Hunsrück-Hochwald setzt sich ausschließlich aus landeseigenen Flächen zusammen. Insgesamt umfasst der Nationalpark „nur“ etwa ein Prozent des gesamten Waldbestandes in Rheinland-Pfalz. Dennoch kann er damit zum Nukleus der Waldentwicklung werden. Was im Wald ohne den Menschen auf so einer großen Fläche unter diesen besonderen klimatischen und geologischen Bedingungen passiert, werden wir genau erforschen.

Ranger mit Motorsäge bei der Arbeit; Bild: Axel Henke, Axel Henke, Bei Verwendung, Nennung von Landesforsten.RLP.de / Axel Henke
Waldentwicklung: Ganz ohne Säge geht es nichr!
Buchennaturverjüngung im Herbst
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