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Wissenschaft/Forschung

Moorprojekt leistet Beitrag für die Vielfalt der Arten im Nationalpark Hunsrück-Hochwald

Die Broschüre „Leben im Moor“ des EU-geförderten Naturschutzprojektes im Nationalpark wurde als Beitrag zur UN-Dekade Biologische Vielfalt ausgezeichnet. Ab Anfang September starten umfangreiche Fichtenentnahmen im Projektgebiet, um die Artenvielfalt der Moore zu schützen und die künstlich entwässerten Moore zu renaturieren.

Über die Auszeichnung zur UN-Dekade Biologische Vielfalt freut sich auch Umweltministerin Ulrike Höfken. „Das EU-LIFE-Projekt ist ein wichtiger Beitrag zum Erhalt der Artenvielfalt im Nationalpark“, sagte Höfken. In der liebevoll illustrierten Broschüre wird anschaulich erklärt, welche speziellen Arten durch die Renaturierungsmaßnahmen gefördert werden und, dass Moorschutz unter anderem auch Hochwasser- und Klimaschutz bedeutet - ein wichtiger Aspekt angesichts der deutlichen Zunahme von Starkregenereignissen.

Im dichten Fichtenforst des Thranenbruchs am Fuße des Erbeskopfs bei Hüttgeswasen deuten nur noch Reste von Torfmoosen auf das einstige Moor hin. Im dunklen Schatten der dichtgewachsenen Monokultur auf künstlich entwässertem Gebiet herrscht Artenarmut. Doch die Fichten wurzeln auf mächtigem Torfboden, den das Moor über Jahrhunderte angereichert hat. Erst mit dem Auflichten der Standorte durch das Fällen der Fichten und durch die Wiedervernässung der trockengelegten Gebiete kann den Mooren geholfen werden. Nach dem Verschließen von Entwässerungsgräben reichert sich der Torf wieder mit Wasser an und die ursprünglichen Arten kehren zurück.

Daher setzen sich seit Wochen dutzende von freiwilligen Helfern und Ranger des Nationalparks dafür ein  diese Gräben zu verschließen. „Unsere Arbeiten dienen dem Erhalt dieser Moorstandorte“,  erklärt Jan Hoffmann, Projektleiter der Stiftung Natur und Umwelt. „Sonst würden einige dieser Schätze vielleicht für immer verschwinden.“

Das 32-seitige Heft für alle Natur- und Moorinteressierten kann kostenfrei bei der Stiftung Natur und Umwelt Rheinland-Pfalz unter kontakt@snu.rlp.de bestellt werden.

EU-LIFE

LIFE ist das wichtigste Finanzierungsinstrument der EU zur praktischen Umsetzung der Umwelt- und Klimapolitik. Der Schwerpunkt „Natur und biologische Vielfalt“ dient im Förderprogramm zur Finanzierung von Naturschutzmaßnahmen zur Erhaltung bzw. Wiederherstellung natürlicher Lebensräume und der Populationen wildlebender Tier- und Pflanzenarten in NATURA 2000 Schutzgebieten. Mit „Hangmoore im Hochwald“ koordiniert die Stiftung Natur und Umwelt bereits das sechste LIFE-Projekt. Ein weiteres aktuell laufendes Projekt ist die Wiederansiedlung von Luchsen im Pfälzerwald.

Weitere Infos zu den LIFE-Projekten Moore und Hangmoore.

Die UN-Dekade Biologische Vielfalt

Die Vereinten Nationen haben die Jahre 2011 bis 2020 zur UN-Dekade für biologische Vielfalt erklärt. Die Staatengemeinschaft ruft damit die Weltöffentlichkeit auf, sich für die biologische Vielfalt einzusetzen. Ziel in Deutschland ist es, möglichst viele Menschen für den Schutz und den Erhalt der Biodiversität zu begeistern. Am Ende des Jahrzehnts sollen mehr Menschen wissen, was biologische Vielfalt ist, warum wir sie brauchen und wie jeder etwas dazu beitragen kann, sie zu erhalten.

Weitere Infos zu UN-Dekade Biologische Vielfalt.