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Bedeutung der Buchenwälder

Verbreitungskarte der Rotbuche in Europa; Bild: EUFORGEN
Verbreitungskarte der Rotbuche in Europa; Bild: EUFORGEN
Flächenrelation der nutzungsfreien zur natürlichen Buchenfläche in Deutschland; Bild: nach Sperber 2002, verändert)
Flächenrelation der nutzungsfreien zur natürlichen Buchenfläche in Deutschland; Bild: nach Sperber 2002, verändert)

Die in Nordamerika, Europa und Ostasien anzutreffenden Buchenwälder zählen zu den sommergrünen Laubwäldern. 14 Buchenarten sind bekannt. Die Rotbuche, die nach der Farbe ihres Holzes benannt wurde, kommt ausschließlich in Europa vor. Weltweit betrachtet, handelt es sich also um eine eher seltene Art. Der Kern ihrer natürlichen Verbreitung liegt in Deutschland. Daher übernehmen wir eine besondere Verantwortung für diese Baumart. Die Rotbuche, die von Förstern liebevoll "Mutter des Waldes" genannt wird, gilt als die einzige Art, die Wälder komplett beherrschen kann. Einst war die Buche häufigste Baumart in Deutschland, heute hat sie nur noch einen Anteil von 15 Prozent an der Waldfläche Deutschlands.

Von Natur aus wäre Deutschland beinahe vollständig bewaldet, zu einem großen Teil mit der Baumart Buche. Heute ist Deutschland in Folge der menschlichen Besiedlung zu über zwei Drittel frei von Wäldern. Die Buche hat nur noch einen Anteil von weniger als fünf Prozent der gesamten Landesfläche. Nutzungsfreie Buchenwälder sind eine große Seltenheit. In bewirtschafteten Wäldern werden Buchen etwa ab einem Alter von 120 Jahren geerntet. Dabei können diese Bäume älter als 400 Jahre werden. Erst im fortgeschrittenen Alter, wenn auch Baumhöhlen entstehen können, dienen sie Kleinsäugern, Insekten und Vögeln vermehrt als Lebensraum.

Die Bedeutung der Buchenwälder ist durch die Anerkennung einiger Buchen-Nationalparke in Nord- und Ostdeutschland als UNESCO-Naturerbe dokumentiert: Im Juni 2011 wurden fünf naturnahe Buchenwälder in Deutschland zum universellen Erbe der Menschheit erklärt. Den begehrten Welterbe-Titel erhielten der Nationalpark Jasmund auf der Insel Rügen in Mecklenburg-Vorpommern, der Kellerwald-Edersee in Nordhessen, die Buchenwälder von Serrahn im Müritz-Nationalpark in Mecklenburg-Vorpommern, der Nationalpark Hainich im Westen Thüringens sowie der Buchenwald Grumsin im Biosphärenreservat Schorfheide-Chorin in Brandenburg. Zusammen umfassen die alten, naturbelassenen Wälder rund 4400 Hektar. Sie stehen als UNESCO-Weltnaturerbe nun unter besonderem Schutz. Die fünf Gebiete ergänzen das bereits bestehende Weltnaturerbe „Buchenurwälder der Karpaten" in der Slowakei und der Ukraine, die bereits 2007 auf der UNESCO-Liste eingetragen wurden.