Natürlich, mit Geschichte!

Entwicklungs-Nationalpark

Die meisten der bestehenden deutschen Nationalparke sind derzeit noch „Entwicklungs-Nationalparke“. Denn sie erfüllen erst in Teilen die Kriterien einer großflächigen, ungestörten Naturentwicklung. Durch weitere, in Managementplänen festgelegte Steuerungsmaßnahmen sollen innerhalb von 20 bis 30 Jahren nach Ausweisung die Voraussetzungen geschaffen werden, damit künftig den natürlichen und dynamischen Abläufen in der Natur auf den größten Teilen der Naturparkfläche Vorrang eingeräumt werden kann.

Nach den internationalen Management-Kategorien der International Union for Conservation of Nature (IUCN) ist ein Nationalpark ein Schutzgebiet, das hauptsächlich zur Sicherung großflächiger natürlicher und naturnaher Gebiete und großräumiger ökologischer Prozesse etabliert wird (Kategorie II). Es soll die ökologische Unversehrtheit eines oder mehrerer Ökosysteme sichern, diesem Ziel abträgliche Nutzungen ausschließen und Naturerfahrungs-, Forschungs-, Bildungs- und Erholungsangebote fördern. Um diese IUCN-Richtlinien zu erfüllen, müssen mindestens drei Viertel der Fläche eines Schutzgebietes dem Hauptziel dienen. Nationalparke sollen also auf 75 Prozent ihrer Fläche einem weitgehend naturnahen Zustand entsprechen und dürfen nicht entgegen dem Schutzzweck genutzt werden. Damit das Gebiet mehrere vollständige Ökosysteme umfassen kann, wird für Nationalparke in Deutschland eine Mindestgröße von 10.000 Hektar empfohlen.