Nationalpark Hunsruck-Hochwald

Der Nationalpark Hunsrück-Hochwald

Biologischer Hotspot zwischen Kelten und Römern

; Bild: Klaus-Peter Kappest, Projektbüro Traumschleifen, www.saar-hunsrueck-steig.de
Auf dem Saar-Hunsrück-Steig durch den Nationalpark.
Foto: Klaus-Peter Kappest

Der Nationalpark Hunsrück-Hochwald liegt verborgen, in einer ländlich geprägten Region, je ca. eine Autostunde von Trier, Saarbrücken und Mainz entfernt. Er erstreckt sich in einer Fläche von 10.000 ha über die Hochlagen des Hunsrücks. Wanderer finden hier ein Refugium der Erholung und Naturschützer ein wichtiges Großschutzgebiet, in dem Natur wieder Natur sein darf.

Das Bundesamt für Naturschutz zählt den Hunsrück schon heute zu einer "Hotspot-Region für biologische Vielfalt". Urige Wälder und eine artenreiche Tier- und Pflanzenwelt prägen das Bild. Ein Mittelgebirge mit schier endlosen Waldarealen kennzeichnet die Landschaft und grenzt sie von den umliegenden, bekannten Weinanbaugebieten, der Mosel, dem Rhein, der Nahe und der Saar ab.

Der Nationalpark Hunsrück-Hochwald ist ein Entwicklungsnationalpark. Schritt für Schritt überlässt man hier der Natur die Regie. Seltene und störungsempfindliche Tier- und Pflanzenarten finden beste Lebensbedingungen. Neben Schwarzstorch und Schwarzspecht gibt es im Nationalpark Hunsrück-Hochwald eine hohe Anzahl an Wildkatzen. Der Hunsrück ist einer der deutschlandweiten Hauptverbreitungsgebiete dieser bedrohten Wildtierart.

Dank seiner Abgeschiedenheit kann der Nationalpark aber auch wie kaum eine andere Landschaft die Geschichte der Menschen aus längst vergangenen Zeiten preisgeben. Die historischen Zeugnisse, wie beispielsweise der beeindruckende Ringwall von Otzenhausen, liegen oft tief in den Wäldern verborgen und sind so bis heute erhalten. Daher hat der Nationalpark Hunsrück-Hochwald neben seinem Wappentier Wildkatze auch einen Slogan der lautet: Natürlich, mit Geschichte!

Wilde Natur - ein Sehnsuchtsort

Wilder Wald im Nationalpark Hunsrück-Hochwald
Foto: Konrad Funk

Deutsche Nationalparke stehen für großflächige, naturnahe Landschaften. Deshalb sind sie für die natürliche Entwicklung - für das Entstehen von Wildnis -  besonders gut geeignet. Die Arbeitsgemeinschaft „Nationalparke in Deutschland“ sieht Wildnis als Pendant zu Kultur und Zivilisation. Sie beschreibt Wildnis als „kulturelles Phänomen, das sich nicht naturwissenschaftlich definieren lässt“.

Wildnis steht in Nationalparken für die natürliche Entwicklung, eine Dynamik, die der Natur freien Lauf lässt. Der Leitgedanke „Natur Natur sein lassen“ beschreibt das Zulassen natürlicher Prozesse, in die wir Menschen bewusst nicht gestaltend eingreifen. Die große Fläche eines Nationalparkes gewährleistet diese Entwicklung. Ein Nationalpark dient somit der Umsetzung der Wildnisziele der Biodiversitätsstrategie.

In einem Nationalpark können wir Menschen Wildnis mit allen Sinnen erfahren: Wildnis kann man sehen, riechen, berühren und erleben. Wildnis kann faszinierend und bezaubernd sein, und Wildnisgefühle beeindrucken nachhaltig. Ein wenig Sehnsucht nach Wildnis schlummert in uns allen, sie muss nur geweckt werden.

(Quellen: AG „Nationalparke in Deutschland“ sowie Bundesamt für Naturschutz, BfN)