Einzelansicht

Klimawandelmaßnahmen in der Nationalparkregion werden konkret >
< Ferienwohnungen Hunsrück-Hochwald neu im Partnernetzwerk
11.12.2018 18:24 Uhr Alter: 36 days
11.12.2018

Rückepferd im Einsatz für den Nationalpark

Dass auch ein Pferd durchaus einen Beitrag zur modernen Holzerntetechnik leisten kann, zeigt der Einsatz eines Rückepferdes im Nationalpark, das momentan die bodenschonende Holzbeförderung an die Wege übernimmt.

Rückepferd "Mannheimer" und Pferdeführer Walther im Einsatz im Nationalpark (Foto nlphh.de Konrad Funk)

Im Nationalpark Hunsrück-Hochwald kann man in den letzten Tagen das Rasseln eines Pferdegeschirres und das leise Schnauben eines Pferdes hören. Stück für Stück zieht ein Pfalz-Ardenner, der ca. 800 kg auf die Waage bringt, die kurzen Buchenstämme einige Meter nach vorne, dort wo später ein Forstschlepper mit Ladekorb und Kran diese aufladen und zum nächsten Weg fahren kann. Am Zügel wird „Mannheimer“ von Herrn Walther aus Ellweiler geführt. „Am ersten Tag mussten wir die Kommandos nochmal auffrischen, aber jetzt geht er wieder wie gewohnt“ berichtet Walther. Pferd und Pferdeführer sind schnell wieder in der Routine. Schließlich ist das Pferd nicht mehr jeden Tag im Einsatz. Und wieso heißt das Pferd „Mannheimer“? Da lacht Herr Walther und sagt, dass der Hengst vor 14 Jahren just auf dem Mannheimer Maimarkt zur Welt, und somit auch zu seinem Namen gekommen ist.

Der Auftrag hat einen besonderen Hintergrund: Im Nationalpark möchte man sehr bodenpfleglich arbeiten. Zwar sind leistungsfähige Maschinen im Einsatz, aber die Kranreichweite ist auf 10 Meter begrenzt. Da die Fahrlinien der Maschinen aber in der Regel bis zu 40 Meter auseinander liegen, müssen ergänzend Seile, oder wie neuerdings das Pferd, zum Einsatz kommen. Ein weiterer Vorteil ist, dass „Mannheimer“ besonders pfleglich arbeitet. Man sieht keine Spuren. Und wenn das Holzstück auch mal quer zur Zugrichtung gefällt ist, dann geht er eine kleine Kurve.

Dass das Nationalparkamt die Fichten auf den Moorflächen mit Seilkränen über lange Distanzen sehr bodenschonend aus diesen sensiblen Bereichen an die Wege befördert hat, wurde schon oft erwähnt. Das kann das Pferd auf diesen Standorten nicht leisten. Die Stämme sind zu dick und es würde einsinken. Aber hier in dem ca. 70-jährigen Buchenwald zieht es die kurzen dünnen Stämme ohne Probleme über das Laub.

In der Pflegezone werden die Buchenbestände strukturiert. Dazu gehören Auflichtungen in den Wäldern, die vielfältige Lebensräume schaffen. So können beispielsweise auch andere Baumarten gefördert oder besondere Strukturen erhalten werden. Und wenn dabei noch Brennholz anfällt, so ist das ein willkommener Beitrag zur Versorgung der Bürger in den umliegenden Gemeinden mit dem nachhaltigen Energierohstoff. Das Pferd ist somit ein wichtiges Glied in der Arbeitskette von der Fällung des Baumes bis zum Transport auf die Lagerplätze in den Gemeinden.

So kann das Pferd auch in der Zukunft in auf den entsprechenden zugeschnittenen Arbeitsbereichen im Nationalpark zum Einsatz kommen und so die moderne Technik auf besonders sensiblen Standorten unterstützen.