Nationalpark Hunsruck-Hochwald
17.12.2019 10:11 Uhr Alter: 209 days
17.12.2019

Holzernte mit Rückepferd im Nationalpark

„Mannheimer“, so heißt der Pfalz-Ardenner, der in den vergangenen Tagen im Wald bei Malborn beharrlich kurze Buchenholzstämme an die Wege gezogen hat.

Kein Motorengeräusch, keine Abgase, keine Spuren, stattdessen ein leichtes Schnauben, Rasseln eines Pferdegeschirres, ein leises Kommando von seinem Besitzer. So sachte wird derzeit Holz aus einem sensiblen Bereich des Nationalparks an die Wege gezogen.

Pferd und Besitzer sind eine Einheit.  „Mannheimer“ weiß genau, welchen Befehl er ausführen soll, wenn sein Besitzer Lothar Walter aus Ellweiler ihn nach links oder nach rechts dirigiert. Und nach getaner Arbeit gibt es einen Eimer mit Futter als Lohn. Und wieso heißt das Pferd „Mannheimer“? Da lacht Herr Walter und sagt, dass der Hengst vor 15 Jahren just auf dem Mannheimer Maimarkt zur Welt, und somit auch zu seinem Namen gekommen ist.

In einem Teilbereich in der Pflegezone hat man mit Hilfe des Laserscans (das sind mit Lasertechnik über Satelliten generierte schattierte Oberflächenbilder der Erde) Strukturen lokalisiert, die auf eine frühere Besiedlung dieses Areals hindeuten. Hier möchte die Nationalparkverwaltung ganz behutsam vorgehen und im Boden befindliche Strukturen nicht zerstören. Einzelne Bäume werden so auf den Hügeln und Wällen entfernt. Dies hat den Hintergrund, dass dann die Gefahr des Umstürzens der Bäume mit der Wurzel und damit die Beeinträchtigung des Fundplatzes, vermieden wird.

In diesem Kontext kommt das Pferd ins Spiel, da es ganz pfleglich die Stämme an die Waldstraße vorzieht, wo sie dann später von einer Maschine wieder aufgeladen und zu sogenannten Poltern zusammengesetzt werden. Allerdings: Schwere Stämme, lange Distanzen, große Mengen, das kann das Pferd nicht leisten. Diese Ablaufschritte erledigen dann doch moderne Forstmaschinen. Aber bei der Pfleglichkeit steht das Pferd ganz vorne. Übrigens: Das Holz, das in diesem Bereich anfällt, wird in die Nähe der Nationalparkgemeinde Neuhütten gefahren, wo es dann als Brennholz für die Bürger abgegeben wird.