Einzelansicht

Aktuelle Hinweise zu Jagden im Nationalpark >
< Umweltpraktikum im Nationalpark
23.09.2020 15:19 Uhr Alter: 31 days
23.09.2020

Wanderritt durch den Nationalpark

Nationalparkamt und Forstamt Kastellaun veranstalten jedes Jahr geführte Ritte durch den Nationalpark Hunsrück Hochwald

Foto: Landesforsten Rheinland-Pfalz, Ralf Lieschied

Nachdem der erste Ritt wegen Corona abgesagt werden musste, hat man sich auf die Herbstveranstaltung konzentriert. Nicht ganz zufällig wurde der Termin auf das Wochenende vom 19.09. bis 20.09.2020 gelegt: den „Deutschen Waldtagen“. Im Rahmen dieser Veranstaltungsreihe wird die Situation unserer heimischen Wälder thematisiert und vielfältige Aktivitäten von Waldführungen bis zu Mitmachaktionen veranstaltet. Das Motto der diesjährigen Deutschen Waldtage lautete: „Gemeinsam! für den Wald“.

Die von Förstern geführten Rundritte durch das Nationalparkgebiet finden seit 5 Jahren statt. Anne Speicher vom Nationalparkamt und Ralf Lieschied vom Forstamt Kastellaun, beide Förster, zertifizierte Waldpädagogen und Berittführer, laden jedes Jahr zu Ritten durch den Nationalpark ein. Dieses Mal startete die Reitergruppe bestehend aus Pferdeliebhaber/Innen aus Rheinland-Pfalz und Nordrhein-Westfalen im Herzen des Nationalparks bei Börfink. Die erste Route führte über das „Vorkastell“ durch das Trauntal und hoch hinauf auf die Dollberge. Nach der Mittagsrast am Tirolerstein führte die Strecke entlang der höchsten Erhebung des Saarlandes zum Keltenring, dessen imposante Ausmaße die Reiter beeindruckte. Die Reitstrecken waren wohlbedacht ausgewählt, so wurden landschaftlich interessante Wege mit huffreundlicher Oberfläche gefunden, ohne andere Waldbesucher wie Wanderer, Radfahrer oder die Vegetation unnötig zu beeinträchtigen. Nach rund 27 km wurde die Wanderreiterstation Hof Birkenau der „Hunsrück-zu-Pferd“-Initiative bei Züsch angeritten. Seitens der Gastgeberin Gisela Klippel wurde alles getan, damit Pferde und Reiter eine erholsame Nacht verbringen konnten.

Auch auf der zweiten, ähnlich fordernden Tagesroute durch das Dombachtal zur Siegfriedquelle, erklärten die/der RittführerIn natürliche Abläufe und das Wirken des Nationalparkamtes zur Gestaltung des „Urwaldes von Morgen“. Das Ausbleiben der Nutzung und der Pflege des Waldes alleine reicht eben nicht aus, um einen „Sekundär-Urwald“ entstehen zu lassen. Dabei wurde den Mitreitenden der eigentliche Schutzzweck des Nationalparks klar: Die Natur Natur sein lassen. Nach der Mittagspause am Hunsrückhaus ging es ausgeruht und gestärkt zum Gipfel des Erbeskopf. „Alleine die tolle Aussicht hat die Anstrengungen gerechtfertigt“, so die Meinung der Rittteilnehmer, die Ihre Pferde gelegentlich auch führten. Unterwegs zum Ausgangspunkt nach Börfink wurde der Riedbruch aus sicherer Entfernung bestaunt. Die für den Hochwald typischen Brüche bedecken immerhin 13 % der Nationalparkfläche. Beim Abschlusskaffee fassten Anne Speicher und Ralf Lieschied das Erlebte noch einmal zusammen. Alle Teilnehmer der harmonisch verlaufenen Veranstaltung waren sich einig: “Nächstes Jahr kommen wir wieder!“.