Nationalpark Hunsruck-Hochwald
07.01.2021 10:50 Uhr Alter: 49 days
07.01.2021

Schneebruch - meiden Sie bitte den Wald!

Aktuell besteht akute Gefahr im Wald. Durch große Massen an Nass-Schnee können Bäume umstürzen oder Äste und Kronen abbrechen.

Das Jahr 2021 startet mit tiefverschneiten Wäldern in den Hochlagen des Hunsrücks. Was wunderschön anzusehen ist, birgt jedoch für Waldbesucher Gefahren. Und das betrifft den gesamten Wald, also auch Wege, Wander-Pfade und Parkplätze.

Daher bittet das Nationalparkamt die Bevölkerung, in dieser Situation den Wald nicht zu betreten. Der Aufenthalt dort geschieht auf eigene Gefahr. Die Wege sind überwiegend nicht passierbar und auch viele Rettungspunkte können nicht erreicht werden. Die aktuelle Wettervorhersage lässt nicht erwarten, dass sich die Lage kurzfristig in den nächsten Tagen entspannt.

Zum Jahreswechsel 2020/2021 gab es nach einigen schneefreien Jahren endlich wieder eine weiße Winterlandschaft in den Höhenlagen, obwohl die meteorologischen Daten zeigen, dass in unserem Gebiet die Frosttage zurückgehen und gleichzeitig die Niederschläge im Winterhalbjahr hoch sind. Anders ausgedrückt: Die Winter sind wärmer und nasser. Das wirkt sich auch auf die Art des Schnees aus. Er rieselt seltener als lockerer Schnee zu Boden, sondern haftet mehr als Nass-Schnee an den Bäumen an. Wenn dann tagsüber der Schnee ein wenig antaut, nachts wieder festfriert und zusätzlich weiterer Neuschnee sich darauflegt, nimmt die Last extrem zu es kommt zu Bruch und Umstürzen. Diese Situation wird noch einmal verstärkt, wenn sich eine Nebel-Lage einstellt und der Nebel zusätzlich in den Baumkronen anfriert. Die Bäume und Äste brechen dann unkontrolliert und ohne die Möglichkeit einer sicheren Prognose ab. Kommt ferner noch Wind hinzu, wird es äußerst bedrohlich im Wald.

In den letzten Tagen mussten viele öffentliche Straßen gesperrt werden. Dort wird mit Hochdruck an der Beseitigung von Gefahren gearbeitet, damit der Verkehr wieder fließen kann. Mit weiteren Schneefällen kann sich die Lage in den Wäldern aber vor allem in den Kammlagen der Hunsrückhöhen weiter verschärfen. Aufgrund der sehr gefährlichen Situation und schwierigen Erreichbarkeit ist an ein Sichten und Aufschneiden der betroffenen Wald- und Wanderwege derzeit auch aus Gründen der Arbeitssicherheit noch nicht zu denken. Auch viele Parkplätze und die Zugänge zu den Wanderwegen mussten auf Grund von Schneebruchgefahr gesperrt werden. Die Rettungspunkte sind größtenteils nicht erreichbar und die Rettungsdienste haben bei Unfällen keine Zufahrtsmöglichkeiten. Wir bitten um Verständnis.

Bitte meiden Sie die Waldgebiete in den Hochlagen im Interesse Ihrer eigenen Sicherheit!

Wir freuen uns sehr über Besucher im Nationalpark und das Interesse an der Natur. Sie sollen diese aber sicher erleben und genießen können und wohlbehalten nach Hause kommen. Sobald die Witterungslage sich entspannt, werden die bekannten Wanderwege und Routen wieder geöffnet. Wer dann die Nationalpark-App installiert und Routen lädt, kann auch selbstständig – quasi in Begleitung eines virtuellen Rangers- den Nationalpark genießen.