Nationalpark Hunsruck-Hochwald
15.09.2021 14:18 Uhr Alter: 32 days
15.09.2021

Nationalpark erhält Destination-Award des Travel Industry Clubs

Mutmacher für nachhaltigen Tourismus

Award-Patin Nicole Göbel überreicht Sören Sturm den Destination-Award für den Nationalpark Hunsrück-Hochwald (Bild: Oliver Selzer)

Am 13.09.2021 wurde der Nationalpark Hunsrück-Hochwald mit dem Destination-Award des Travel Industry Clubs (TIC) ausgezeichnet. Das Schutzgebiet setzte sich dabei gegen namhafte, internationale Konkurrenz durch und sorgte damit für eine faustdicke Überraschung.

Vor gut zwei Monaten sprach das Vergaberatsmitglied der Partner-Initiative, Prof. Dr. Adrian von Dörnberg, das Nationalparkamt an, ob man sich vorstellen könne, als Preisträger für den Award vorgeschlagen zu werden. „Wir sind so sehr mit unserem Alltag beschäftigt, da bleiben solche Aktionen fast immer auf der Strecke. Wir wussten zunächst gar nicht so genau, was denn die geeignete Award-Kategorie für uns sei. Mit der App hätten wir ein tolles Produkt für den Technologie-Award gehabt. Unsere Kommunikation ist durch eine neue crossmediale Kampagne binnen einen Jahres erheblich umgestellt worden, vielleicht also etwas für den Communication-Award. Die Partner-Initiative wiederum ist ein wesentliches Instrument zur Regionalentwicklung, hat aber auch starke Bedeutung in der Kommunikation“, so Sören Sturm, verantwortlicher Abteilungsleiter im Nationalparkamt. „Genau diese Kombination war es aber, die dann auch für eine Bewerbung als Destination sprach, obwohl wir dafür viel zu klein sind und uns eher als Attraktor in einer Destination mit Hunsrück, Nahe, Saar und Mosel verstehen.“

Am 13.08.2021 durften dann die nach einer Vorauswahl übrig geblieben Destinationen vor 14 Juror*innen ihre Chance ergreifen. Sören Sturm war  sich unsicher, welche Botschaften er einbringen sollte. „Versuchen Sie mal sechseinhalb Jahre Arbeit in zehn Minuten zusammenzufassen. Das war sehr, sehr schwierig und bedeutete, dass wir viele Dinge gar nicht erst erwähnen konnten. Nicht mal in Nebensätzen.“ Der Vortrag überzeugte offenbar.

Am 13.09.2021 war es dann so weit. Der große Showdown. Vor über 100 Gästen im Radisson Blue in Frankfurt am Main wurden die Sieger*innen und die Finalist*innen gewürdigt. Auch der Nationalpark Hunsrück-Hochwald. „Als dann vor dem Sieger der Platz 2 mit Trinidad & Tobago und Kolumbien verlesen wurde, wurde mir ganz anders“, berichtete Sturm. Regionen, wie Bayern, Slovenien oder andere Destinationen, die richtig gute Arbeit leisten, könnten unmöglich hinter uns liegen, dachte er sich. Doch so war es.

Die Würdigung sorgte für eine Riesenüberraschung, gerade weil das Ergebnis der 14 Jury-Mitglieder eindeutig war. Der Hunsrück. Ein Nationalpark. Dazu noch der jüngste in Deutschland. Damit hatte in diesem Raum wohl kaum jemand gerechnet. Die Jury, vertreten durch die Award-Patin Nicole Göbel, war jedoch überzeugt, dass hier ein echter Mutmacher in der Pandemie gefunden sei. Das WILDkatz-Magazin, die Nationalpark-App, die Ausstellung am Nationalpark-Tor Erbeskopf, vor allem aber die intensive Zusammenarbeit mit den Betrieben während der Pandemie – nicht nur aus dem Tourismus –waren ausschlaggebend.

„Naturschutz und Tourismus zu verbinden, das ist unser Ziel im Rahmen der Partner-Initiative. Das sollte am besten auch außerhalb des Nationalpark beginnen. Es braucht viele Partner, die an einem Strang ziehen, so gelingt es auch mit wenig Mitteln eine gute Qualität zu erzielen“, so Birgit Grauvogel, Vorsitzende des Vergaberats. „Wir freuen uns sehr und gratulieren dem Nationalparkamt herzlich zu diesem großen Erfolg.“

Prof. von Dörnberg ergänzt: „Das absolute Alleinstellungsmerkmal des Nationalparks Hunsrück-Hochwald ist, wie hier nachhaltige Entwicklung vom Nationalpark ausgehend mit den Betrieben, der für den Tourismus so wichtigen Infrastruktur, gegangen wird. Kein anderer Nationalpark hat es geschafft, in so kurzer Zeit eine so stabile Partner-Initiative aufzubauen, die dazu noch die 20% der Betriebe mit den 80% der Übernachtungen in der Region einbindet. Das verdient eine breitere Kommunikation, eine Sichtbarkeit. Dazu kann dieser Award beitragen. Das, was hier in den letzten 6 Jahren aufgebaut worden ist, ist eine enorme Leistung vom Nationalpark-Team.“

„Mein Dank gilt nicht nur Adrian von Dörnberg für den Vorschlag, dem Vergaberat um Birgit Grauvogel, den vielen Partner-Betrieben, die ihren Mut nie verloren haben, sondern auch unserem Team. Corona, Homeschooling, Digitalisierung: Es wurde keineswegs leichter. Viele Dinge auf einmal anders machen, das war keineswegs selbstverständlich. Dazu noch schnell. Und das als Amt. Es ist aber unser Antrieb. Denn wir haben es als Riesenchance gesehen, jetzt Impulse für eine nachhaltige Entwicklung zu geben. Der Award tut in der auch für uns sehr schweren Zeit sehr gut, gerade weil er unseren touristischen Partnern Mut machen kann, unseren Weg weiter mit uns zu gestalten.“ Andere Award-Träger wie von Impulse4Travel griffen dann direkt auch auf, dass auch sie mit dem Nationalpark nicht gerechnet hätten, es aber auch als Impuls für mehr Nachhaltigkeit im Tourismus sehen. Es sei jetzt die Zeit für Änderungen. Die Amadeus IT Services GmbH darf sich dieses Jahr mit der „Amadeus Traveler ID for Safe Travel“ über den Travel Technology Award freuen. Den Customer Communication Award gewinnt Astrid Oberhummer – Gründerin von Lobster Experience, eine Hotelrepräsentanz für Luxushotel im DACH-Markt.

Im Laufe des Abends wurde von einigen anwesenden Juroren betont, dass die Organisation als Amt durchaus eine Rolle spielte. Denn für die Jury sei es keineswegs selbstverständlich, dass in von Personalnot und angespannten Haushaltsplanungen so zeitgemäß und dienstleistend gedacht würde. Der Amtsleiter Dr. Harald Egidi freut sich über dieses Lob: „Wir wollten es anders machen als bei Stuttgart 21. Naturschutz und Partizipation. Kommunikation nicht nur über Amtsblätter. Wie aufwändig das ist, merken wir jeden Tag. Vor allem, weil wir nicht nur die Natur schützen und damit schon viel zu tun haben. Die Angebote zu entwickeln, zu überprüfen und immer wieder zu verbessern, das verliert man schnell aus den Augen, wenn die nächsten Baustellen offen sind. Unser Beitrag zu den Leistungen der Region, wie auch gemeinsam im Nationalpark-Plan zugrunde gelegt, kommen ganz offenbar sehr gut an.“

Der TIC ist ein Netzwerk, das Reiseentscheider*innen aus der ganzen Welt zusammenbringt. Große Unternehmen aus der Reiseindustrie treffen sich hier mit namhaften Unternehmer*innen, Verbänden und Startups. Mehr zum TIC und der Award-Night unter https://travelindustryclub.de/award-night-2021/

Ein Trailer zum Award findet sich unter
https://travelindustryclub.de/wp-content/uploads/2021/09/TIC-Awards-21-Destination-02.mp4